Angeln in Mittelnorwegen bei Bodø

Am Ende des Regenbogens

Angeln vor Meløya im nördlichen Mittelnorwegen
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Die kleine Insel Meløya befindet sich in allerbester Gesellschaft: Hier im nördlichen Mittelnorwegen unterhalb der Lofoten reiht sich ein Top-Revier an das nächste. Der berühmte Saltstraumen bei Bodø ist nicht weit entfernt, weiter südlich ragen die Inseln Vega und Dønna aus dem Nordatlantik. Verstecken muss sich das von Meeresanglern noch weitgehend unentdeckte Eiland jedoch keineswegs vor seinen bekannteren Nachbarn. Meløya bietet eine Fischvielfalt wie im Süden, gepaart mit der Aussicht auf kapitale Fänge – und das in einer grandiosen Landschaft mit Gletschern, zahllosen Inseln, Sunden, Bergen und saftig grünen Wiesen. Wir haben das Revier eine Woche lang beangelt und sind am Ende des Regenbogens zwar nicht auf einen Topf voll Gold gestoßen, aber dafür auf tolle Fische!

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Fähre Ørnes Meløya
Information
Wer nicht Fliegen möchte, sollte für die Anreise per Auto und Fähre zwei bis drei Tage einplanen – abhängig von der Route.

Der Ort Ørnes auf dem Festland liegt etwa zwei Autostunden vom Flughafen in Bodø entfernt. Von dort aus geht's mit der Fähre in knapp 40 Minuten rüber nach Meløya. Andreas Rathje, der mich auf diesem Trip begleitet, hält auf dem Weg schon mal Ausschau nach vielversprechenden Angelplätzen.

Angeln bei Bodø

Auf der Ostseite von Meløya trennt ein schmaler Sund die Insel vom Festland. Hier legt die Fähre an – und hier werden wir später auch die ersten Fische ans Band bekommen.

Meløy Skjærgårdsferie

Doch zunächst beziehen wir unser Zuhause für die kommende Woche – eines der vier hübsch gelegenen Ferienhäuser von Meløy Skjærgårdsferie.

Angelreisen nach Norwegen

Wir brauchen nicht lange, um das modern eingerichtete Haus anglergerecht neu zu dekorieren... Die Vorbereitungen für den ersten Angeltag laufen auch Hochtouren.

Seekarte Mittelnorwegen

Zur Vorbereitung gehört natürlich auch das Studieren der Seekarte. Schon auf den ersten Blick drängen sich zahlreiche heiße Ecken auf. Meløy Skjærgårdsferie liegt äußerst günstig. Auch bei schlechtem Wetter findet sich in der Regel ein geschütztes Plätzchen – ein Vorteil, den wir in den folgenden Tagen (leider) zu schätzen lernen.

Angelreisen Norwegen
Information
Die Flotte ist vorbildlich und umfasst 19 bis 24 Fuß lange Alu-Boote mit 50 bis 150 PS – alle ausgestattet mit Echolot/Kartenplotter.

Unser Boot liegt bereit am kleinen Steg vor dem Haus. Stauraum und ein vorbildlicher Schlachtplatz sind in der kleinen Hütte untergebracht. Für die kommende Saison soll der Anleger erweitert werden, damit dort noch mehr Platz für alle Boote zur Verfügung steht.

Meeresangeln Norwegen

Herrlicher Blick auf den kleinen Hafen und die im Hintergrund aufragende Insel Bolga. Übrigens: Von der Hafenmole aus wurden bereits einige Heilbutte gefangen!

Angelplätze in Mittelnorwegen: Meløya
Angelplätze in Mittelnorwegen: Meløya

Vorab schon mal eine Karte mit Top-Ecken, die wir selbst befischt haben, oder die uns vor Ort empfohlen wurden. Die GPS-Koordinaten sind als grobe Richtlinien zu verstehen, um das jeweilige Gebiet leichter zu finden.

13 Angelplätze rund um Meløya

Platz Beschreibung GPS
1 Jonsgrunnen: Top-Ecke für Dorsch und große Köhler. Nur bei ruhigem Wetter anfahren! Fahrzeit ab Camp: rund 40 Minuten

66.910073°N

013.185053°O

2 Sørbreigrunnen: Hotspot für Dorsch und Pollack. Zeitweise große Köhler an den tiefen Außenkanten

66.892193°N

013.277750°O

3 Tiefe Rinne, hier fingen wir zwischen 100 und 120 Metern Dorsch und Leng

66.885118°N

013.251486°O

4 Hvalrosskallan: kleines Plateau, an manchen Tagen super für Dorsch und Pollack

66.875243°N

013.294573°O

5 Rund um Svartoksen: sandige Flächen und Rinnen, bekannt für Heilbutt

66.845275°N

013.317146°O

6 Sandige Rinnen im Schärengebiet westlich von Hamnøya: top für Heilbutt

66.833510°N

013.313370°O

7 Nördlich von Bolga: super Ecke für Heilbutt, sandig, guter Schutz bei starkem Südwind

66.817782°N

013.203061°O

8 Gute Dorschecke vor der Insel. An der extrem steilen Kante werden ab 100 Metern Tiefe Rotbarsche gefangen

66.811671°N

013.276891°O

9 Chance auf große Köhler, an der steilen Kante zum Tiefen fingen wir Rotbarsch

66.798318°N

013.425164°O

10 10-Meter-Berg: Soll top sein für Pollack, wir fingen hier „nur” viele schöne Dorsche mit Spinngerät

66.780508°N

013.459883°O

11 Der Kessel hinter dem Straumen: klasse für Dorsch, Köhler, Pollack. Im Herbst steht hier der Hering in Massen

66.779696°N

013.510093°O

12 Meløysund: gute Dorsche im Bereich der Hochspannungsleitung. Chance auf Heilbutt

66.834844°N

013.567729°O

13 50-Meter-Berg am Sundausgang: Dorsch, Heilbutt und zeitweise Köhler

66.840585°N

013.595256°O

14 Extrem steile Kante: bis zum Leuchtturm super für Pollack, vereinzelt Dorsche

66.840369°N

013.574439°O

 

Angeln in Mittelnorwegen
Information
Der Weg durch die Schären führt teilweise durch sehr flache Bereiche und Engstellen. Hier unbedingt genau nach Kartenplotter fahren!

In südlicher Richtung verlassen wir den Schärengarten und steuern den Gåsværfjord an. So schön sonnig wie am ersten Angeltag erleben wir Meløya nur noch selten. Das Wetter zeigt sich extrem wechselhaft in diesem August. Bei 8 bis 12 Grad Lufttemperatur regnet es immer wieder ausgiebig und auch der Wind ist unberechenbar.

Makrelen angeln in Norwegen

Erste Fische finden schnell den Weg ins Boot: Fette Makrelen stehen auf fast jeder Untiefe und sichern schon mal das Abendessen und den Bedarf an frischen Ködern.

Angeln in Meløy

Der Wechsel zwischen Sonne und Wolken lässt die atemberaubende Landschaft erst so richtig zur Geltung kommen. Am Leuchtturm, der den Eingang zum Meløysund markiert, fangen wir einige schöne Pollacks (Platz 14 auf der Karte). Direkt im Sund gehen gute Dorsche ans Band.

Angeln vor Meløya

Die norwegischen Wetterfrösche haben für den zweiten Tag Windstille angesagt und wir machen uns früh am Morgen auf den Weg zu den weiter entfernten Plätzen, die dichter an der offenen See liegen (1 bis 4 auf der Karte). Vom Camp aus sind diese bei gutem Wetter bequem in etwa 25 bis 40 Bootsminuten zu erreichen.

Angeln in Mittelnorwegen

Wir werden schnell fündig: Auf dem Sørbreigrunnen (Platz 2) knallt es gleich. Bei jeder Drift sind die Ruten krumm. Dorsch auf Dorsch landet an Bord – darunter viele auffallend hübsch gefärbte Tangdorsche. Die Fischgrößen bewegen sich größtenteils zwischen etwa 8 und 15 Pfund.

Norwegen angeln

Vor allem an der steil abfallenden Kante im Westen des Plateaus stehen die Fische gestapelt. Bei 25 bis 40 Metern Tiefe bekommen wir die meisten Bisse.

Angelreisen Norwegen
Information
Gummifische der 50- bis 100-Gramm-Klasse brachten uns mit Abstand die meisten Bisse.

Stattliche Pollacks treiben sich ebenfalls an den Kanten des weitläufigen Plateaus herum.

Angeln in Mittelnorwegen auf Leng

Als das Wasser seinen Höchststand erreicht, lassen die Bisse merklich nach und die Drift kommt fast vollständig zum Erliegen. Wir beschließen, es nun im Tiefen mit Naturködern zu probieren.

Leng angeln in Mittelnorwegen

Für einen Versuch auf Leng und Lumb wählen wir eine über 100 Meter tiefen Rinne (Platz 3) – und haben damit offensichtlich den richtigen Riecher. Keine halbe Stunde vergeht, bis Andi diesen ordentlichen Leng ins Boot bringt. Wir sind uns sicher: Mit etwas Ausdauer geht hier bestimmt noch viel mehr beim Tiefseefischen!

Dorsch angeln in Mittelnorwegen

Während Andi weiter auf den ganz großen Leng hofft, pilke ich ein bisschen und bin überrascht, dass die Rinne voll mit Dorschen steht. In über 100 Metern Tiefe hake ich direkt am Grund einen guten Fisch nach dem nächsten.

Svartisen Gletscher

Von vielen Angelplätzen rund um Meløya habt Ihr einen tollen Blick auf Norwegens zweitgrößten Gletscher – den berühmten Svartisen.

Angelreviere in Norwegen: Bolga
Information
Mit 338 Metern ist der Bolgtinden auf Bolga längst nicht der höchste Berg in der Gegend – aber durch seine Form und Lage sehr auffällig.

Auch die auffällige Silhouette der Nachbarinsel Bolga ist von fast überall zu sehen und erleichtert die Orientierung in diesem mit reichlich Inseln gesegnetem Revier.

Meeresangeln in Norwegen

Der Wettergott meint es nicht gut mit uns. Wir bekommen leider keine zweite Chance auf den weiter draußen gelegenen Hotspots zu fischen. Dafür werden wir jeden Tag mit einem neuen, wunderschönen Regenbogen beschenkt.

Angeln am Meløyfjord in Mittelnorwegen

Der Tipp eines Freundes führt uns an einen Platz, den wir von alleine vermutlich nie aufgesucht hätten (Nummer 11 auf der Karte). Ein schmaler Durchgang zwischen der Insel Storøya und dem Festland sorgt hier für mächtig Wirbel und einen heftigen Gezeitenstrom, der sich durch den anschließenden „Kessel” zieht.

Angelreise nach Mittelnorwegen

Hinter der Brücke stoßen wir auf die ersten größeren Köhler, für die das Revier rund um Meløya eigentlich bekannt ist. In Wassertiefen von nur 30 bis 40 Metern lassen sie sich super mit leichtem Gerät fangen.

Dorsch angeln in Mittelnorwegen

Starke Dorsche hat der Bereich ebenfalls zu bieten. Auffällig: Die Fisch beißen ausnahmslos im Mittelwasser. Direkt am Grund bekommen wir nur selten Bisse.

Heilbutt angeln in Mittelnorwegen

Beim Angeln mit Gummifisch haben wir immer auch Heilbutt im Hinterkopf, denn die großen Flachmänner sollen rund um Meløya zahlreich vertreten sein. Viele sandige Bereiche und strömungsreiche Sunde bieten sich für einen gezielten Versuch an. Links auf dem Bild seht Ihr ein Exemplar von 95 Kilo, das 2018 von Gästen gefangen wurde.

Angeln vor Meløya in Mittelnorwegen

Den letzten Angeltag widmen wir noch mal voll und ganz dem König der Plattfische. Unter anderem fischen wir auf den Sandgründen rund um die Insel Svartoksen (Platz 5) – ein bekanntes Gebiet, in dem regelmäßig starke Platte gefangen werden. Ein Heilbutt ist uns auf dieser Tour aber leider nicht vergönnt – aber was soll's, es muss ja auch für den nächsten Trip nach Meløya noch Ziele geben...
Wenn Du dieses großartige Revier selber mal besuchen möchtest, kannst Du die Reise mit Unterkunft, Boot und allem drum und dran bequem buchen bei Sportreisen Teltow.


Fotos: Tobias Norff (21), Andreas Rathje (4), Meløy Skjærgårdsferie (2) / Illustration: Bastian Gierth

Angeln in Mittelnorwegen bei Bodø
Dr. Catch Am Ende des Regenbogens
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