Fluorocarbon mit Quetschhülsen verarbeiten

Quetschen statt Knoten

So baust Du ein Hechtvorfach aus Fluorocarbon

Fluorocarbon hat sich bei mir als Hechtvorfach in vielen Bereichen bewährt. Vor allem beim Angeln mit Jerkbaits und großen Gummiködern setze ich das durchsichtige Material gerne ein. Die geringe Sichtbarkeit von Fluorocarbon ist beim Hechtangeln in klaren Gewässer definitiv ein großer Vorteil. Außerdem verknickt es nicht so schnell wie Stahl und bringt die nötige Steifigkeit zum Jerkbaitangeln mit. Die letztere Eigenschaft ist allerdings nicht nur Segen, sondern auch Fluch. In Hechtstärke – bei mir 0,90 oder 1,00 Millimeter Durchmesser – lässt sich das störrische Zeug kaum noch ordentlich knoten. Macht aber nichts, mit Quetschhülsen hält es mindestens genauso gut und sieht auch noch eleganter aus. Wie Du dickes Fluorocarbon verarbeiten kannst, zeigen die folgenden Bilder. Die Anleitung gilt übrigens auch für dicke Monofile oder Hard Mono, das ebenfalls häufig zum Hechtangeln verwendet wird.

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Mit Fluorocarbon-Vorfach auf Hecht
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Hechtzähne können Fluorocarbon beschädigen! Deshalb: Nach jedem Drill das Vorfach prüfen und eventuell austauschen oder das betreffende Stück abschneiden.

Fluorocarbon hat zum Beispiel beim Hechtangeln mit Jerkbaits große Vorteile: Da es so steif ist, verfängt es sich fast nie in den Drillingen des von links nach rechts schießenden Köders. Außerdem ist es für die Hechte praktisch unsichtbar und verknickt auch nicht. Aber eines musst Du wissen: Fluorocarbon ist zwar sehr abriebfest, aber eben kein Stahl! Wirklich hechtsicher ist es erst ab etwa 0,80 Millimeter Durchmesser.

Fluorocarbon, Doppel-Quetschhülsen, Wirbel, Karabiner
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Zange und Quetschhülsen nehme ich mit zum Hechtangeln. So kann ich den beschädigten Bereich vom Vorfach einfach abschneiden und den Karabiner schnell wieder befestigen.

Für unser Hechtvorfach benötigen wir neben dickem Fluorocarbon Doppel-Quetschhülsen (auch Zwei-Kanal-Hülsen genannt), eine passende Zange dafür, Wirbel und Karabiner. Die abgebildeten Metallspiralen (Spring Protector) kannst Du verwenden. Sie sind aber nicht zwingend notwendig.

Das Material fürs Fluorocarbon-Vorfach

Für ein Hechtvorfach brauchst Du zwei Doppel-Quetschhülsen, zwei Metallspiralen, einen Wirbel und einen Karabiner.

Anleitung: Fluorocarbon quetschen

Als Erstes fädeln wir (in dieser Reihenfolge) eine Doppel-Quetschhülse, den Spring Protector und einen Wirbel auf die Fluorocarbon-Schnur. Wenn Du am Ende des Vorfachs lieber eine Schlaufe möchtest, lässt Du den Tönnchenwirbel einfach weg.

Das Fluorocarbon zurückführen
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Durch die zwei Kanäle der Hülse können sich die Schnüren nicht überkreuzen und werden beim Quetschen nicht beschädigt.

Nun führen wir das Fluorocarbon durch den zweiten Kanal der Doppel-Quetschhülse zurück. Die Schnur sollte gerade eben durch den Hülsenkanal passen.

Fluorocarbon anschmelzen
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Das Fluorocarbon nicht direkt in die Flamme halten. Es soll ja nur etwas schmelzen und nicht gleich verbrennen.

Zur Sicherheit schmelzen wir das Ende der Fluorocarbon-Schnur mit einem Feuerzeug an.

Quetschhülse für Fluorocarbon
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Die Metallspirale (Spring Protector) verhindert übrigens eine Knickbildung in der Schlaufe – vor allem beim Fischen mit sehr schweren Ködern zu empfehlen. Die Spiralen kannst Du immer wieder verwenden.

Wenn Du die Quetschhülse klein genug gewählt hast, passt das angeschmolzene, dicke Ende nicht mehr durch den Kanal. Jetzt einfach die Hülse festhalten und am Vorfach ziehen. Die Schlaufe wird kleiner und der Spring Protector krümmt sich entsprechend mit. Pluspunkt: Bei dieser Methode gibt es keinerlei Verschnitt.

Fluorocarbon mit Quetschhülse verarbeiten
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Doppel-Quetschhülsen werden übrigens immer hochkant gequetscht.

Dank des angeschmolzenen Endes würde die Verbindung sogar ohne Quetschen halten. Trotzdem drücken wir die Hülse mit einer speziellen Zange für Doppel-Quetschhülsen leicht zusammen. Viel Kraft ist dafür gar nicht nötig, sogar eher schädlich. Wir wollen das Fluorocarbon ja nicht beschädigen, sondern nur einklemmen.

Quetschhülsen-Verbindung für Fluorocarbon

So soll es aussehen! Die Enden der Hülse lassen wir übrigens ungequetscht, damit das Fluorocarbon dort nicht an der Kante der Hülse scheuert und eventuell beschädigt wird.

Karabiner am Fluorocarbon-Vorfach

Nachdem wir das Fluorocarbon-Vorfach in der gewünschten Länge abgeschnitten haben, befestigen wir am anderen Ende auf die gleiche Weise unseren Karabiner.

Mit Fluorocarbon gefangener Hecht

Ich habe viele, viele Hechte mit Vorfächern aus Fluorocarbon gefangen, aber bisher keine verloren! Beschädigungen des Materials waren immer nur oberflächlich und nie wirklich kritisch. Wenn Du das Vorfach stark genug wählst und es regelmäßig überprüfst, ist Fluorocarbon ein wirklich hechtsicheres Vorfachmaterial mit vielen Vorteilen. Probier es aus!


Fotos: Tobias Norff (11), Florian Läufer / www.angelfoto-archiv.de (1), Florian Strauß (1)

Fluorocarbon mit Quetschhülsen verarbeiten
Dr. Catch Quetschen statt Knoten