Brassen angeln im Fluss mit Pose

Die Centrepin-Rolle

Ein Klassiker mit Fun-Faktor!

Auf den ersten Blick sieht die Centrepin aus wie eine sehr große, auffallend schmale Fliegenrolle. Doch das Einsatzgebiet dieser klassischen, vor allem in England sehr verbreiteten Rolle ist ein ganz anderes: nämlich Posenangeln im Fluss – auf Döbel, Brassen, Barben und andere Friedfische! Zwar benutzen sie einige Leute auch an stehenden Gewässern, aber ihren größten Trumpf spielt die auch als Achsrolle bezeichnete Centrepin beim Fischen in der Strömung aus. Welcher das ist und warum das Angeln mit der Centrepin so unheimlich viel Spaß macht, möchte ich Euch in diesem Artikel erklären.

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Angeln mit der Pose und Centrepin-Rolle
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Die Centrepin besitzt zwar eine zuschaltbare Knarre, diese soll aber nur ein ungewolltes Drehen der Spule beim Transport oder Montieren verhindern. Sie hat keine echte Bremsfunktion.

Die Centrepin ist eng vewandt mit der Fliegenrolle. Allerdings besitzt sie keinerlei Bremssystem. Gebremst wird mit dem Daumen oder Handballen an der Spulenkante! Alleine diese Tatsache macht den Drill eines großen Fisches schon zum Erlebnis. Hinzu kommt, dass die Centrepin keine Übersetzung hat und die Schnur auch nicht wie bei einer Stationärrolle über einen Bügel umgeleitet wird. Es ist schwer zu beschreiben, aber das Drillgefühl ist bei diesem Rollentyp einfach viel direkter, echter – einfach schöner!

Posenangeln im Fluss mit der Centrepin-Rolle

Entwickelt wurde die Centrepin-Rolle vor allem fürs sogenannte Trotting, also das Fischen mit treibender Pose im Fluss. Und hier – beim gezielten Angeln auf Aland, Döbel, Barbe und andere Friedfische – spielt sie ihre größte Stärke aus.

Verzögert angeln mit Centrepin-Rolle

Um den Vorteil der Centrepin-Rolle zu erklären, müssen wir kurz etwas weiter ausholen: Im Bereich der Wasseroberfläche ist die Strömung stärker als in Grundnähe. Lassen wir unsere Posenmontage jetzt einfach so treiben (1), wird der Köder von der schneller treibenden Pose mitgezogen – er ist also zügiger unterwegs als die Happen, die wir angefüttert haben. Damit sich der Köder natürlich verhält, bremsen wir die Posenmontage etwas ab (2). Der Profi spricht hier von „verzögertem Fischen".

Was ist eine Centrepin-Rolle
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Beim Anhieb muss die Spule mit dem Finger oder der anderen Hand blockiert werden, damit sie nicht überdreht. Aber den Bogen hast Du ganz schnell raus!

Möchtest Du Deine Posenmontage über eine längere Strecke treiben lassen, musst Du bei Verwendung einer normalen Stationärrolle den Bügel öffnen und den Schnurablauf irgendwie mit der Hand regulieren. Viel einfacher geht's mit der Centrepin: Bereits der Strömungsdruck, der auf der Pose lastet, genügt, um die extrem leichtgängige Spule in Rotation zu versetzen. Die Schnur wird dabei automatisch und bereits leicht gebremst freigegeben. Soll die Montage stärker verzögert werden, kannst Du mit einem Finger bequem am Spulenrand bremsen. Die Centrepin ermöglich also ein sehr einfaches, gleichmäßiges und dosiertes Treibenlassen der Pose.

Angeln mit Centrepin-Rolle
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Für sehr langsam fließende Gewässer ist die Centrepin weniger geeignet. Dort reicht der Strömungsdruck nicht aus, um die Spule in Bewegung zu versetzen.

Einfach die Posenmontage ins Wasser setzen – den Rest erledigt die Centrepin-Rolle fast von alleine! Am besten kombinierst Du die Achsrolle übrigens mit einer längeren Matchrute. Wirklich werfen lässt sich mit der Centrepin nämlich nicht. Die maximale Angelentfernung ist also etwa identisch mit der Rutenlänge.

Centrepin-Rolle zum Angeln am Fluss

Wenn Du ein Faible fürs Posenangeln im Fluss hast, solltest Du Dir unbedingt eine Centrepin-Rolle kaufen. Spätestens nach dem ersten größeren Fisch wirst Du diese nie wieder gegen Deine alte Stationärrolle tauschen wollen. Versprochen!


Fotos: Tobias Norff (5), Holger Bente (1) / Illustration: Bastian Gierth

Brassen angeln im Fluss mit Pose
Dr. Catch Die Centrepin-Rolle