Überflieger für Hecht
Wobbler gehören zweifellos zu den besten Hechtködern. Und doch sind sie bei mir oft nur zweite oder dritte Wahl. Der Hauptgrund dafür: Die allermeisten Wobbler in hechttauglicher Größe lassen sich nur bescheiden werfen. Insbesondere Tiefläufer mit ihrer langen Schaufel fliegen oft richtig mies. Dass die meisten Wobbler in Relation zur Größe sehr wenig Gewicht auf die Waage bringen, macht es nicht besser. Beim Schleppangeln alles kein Thema, doch zum Werfen brauche ich Köder, die weit, sicher und zielgenau fliegen. Also eher keine Wobbler. Oder vielleicht doch?
Megabass Big-M 2.0 + 4.0
| Marke: | Megabass |
| Länge: | 12,6 cm (ohne Schaufel ) |
| Gewicht: | 54 g |
| Verhalten: | floating (schwimmend) |
| Lauftiefe: | bis ca. 2 Meter (Big-M 2.0) und 4 Meter (Big-M 4.0) |
| Lieblingsfarben: | GLX Galaxy Gill, Eastern Chart, GG Megabass Kinkuro |
| Fischarten: | Hecht |
| Preis: | ca. 30 € |
| Info: | Megabass Big-M finden bei Amazon* |
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WARUM STAMMSPIELER?
Mittlerweile greife ich beim Hechtangeln wieder deutlich öfter zum Wobbler, denn mit dem Big-M des japanischen Herstellers Megabass habe ich für mich den perfekten Köder zum Werfen gefunden. Ein guter Kumpel zauberte ihn vor zwei, drei Jahren bei einer gemeinsamen Tour aus seiner Box – und ich war sofort Feuer und Flamme! Optisch war das Ding der Hammer und als ich ihn in die Hand nahm, fiel mir sofort das hohe Gewicht des kompakten Köders auf. Als der Kollege auf meine Frage, wie tief der denn laufen würde, mit „der geht auf fast vier Meter” antwortete, war klar: Den musste ich haben!
Jeden Cent wert
Um das „Den-muss-ich-haben-Bedüfnis” zu befriedigen, muss man bei Megabass in der Regel tief in die Tasche greifen. Der Big-M macht da leider keine Ausnahme. Bedenkt man aber, das selbst deutlich kleinere Wobbler aus der japanischen Köderschmiede kaum für unter 20 € zu bekommen sind, relativiert sich der Preis ein wenig. Wie bei Megabass üblich, schwanken die Preise im Netz stark. Wer ein bisschen recherchiert und bei der Farbwahl flexibel ist, findet den Big-M für knapp unter 30 €. Soll es ein ganz bestimmtes Dekor sein, können daraus aber auch 35 oder 40 € werden. Ich hatte Glück und erstand meinen ersten Big-M 4.0 in der Wunschfarbe GLX Galaxy Gill zu einem guten Kurs. Übrigens ist das noch immer meine absolute Lieblingsfarbe. Mit den gold-grün schimmernden Flanken und den Streifen imitiert dieses Dekor perfekt einen dieser typischen handlangen Barsche, die es praktisch überall gibt. Ein kleiner neongelber, uv-aktiver Bereich auf der Unterseite am Köderende sorgt für etwas Farbe, macht den Wobbler aber nicht zu auffällig.
Kompaktes Wurfwunder
Nun, auch andere Köderhersteller haben hübsche Töchter. Warum also ausgerechnet der Big-M? Hauptgrund für mich: Das Ding fliegt sensationell gut für einen Wobbler! Ausschlaggebend dafür sind sicherlich die kompakte Form und das vergleichsweise hohe Gewicht. Der 12,6 Zentimeter messende Big-M bringt beachtliche 54 Gramm auf die Waage. Ein Teil davon ist in Form von drei großen Metallkugeln beweglich im Körper installiert. Beim Werfen rutschen die Kugeln bis ganz hinten ins Köderende und sorgen so für einen extrem stabilen, geraden Flug – auch bei starkem Gegen- oder Seitenwind. Der Big-M lässt sich hervorragend und sehr weit mit der Baitcaster werfen. Doch auch beim Angeln mit der Stationärrolle helfen die guten Flugeigenschaften: Der Big-M verfängt sich nämlich nur äußerst selten mal im Vorfach – im Gegensatz zu manch anderen Wobblern, die sich praktisch gar nicht mit der „Statio” werfen lassen. Knappe 13 Zentimeter Länge sind natürlich nicht allzu üppig für einen Hechtköder. Da wird so mancher Big-Bait-Fetischist direkt abwinken. Doch wirkt der Big-M aufgrund seiner hochrückigen Form deutlich größer und stellt (für meinen Geschmack) einen ausreichend dimensionierten Hechthappen mit reizvoller Silhouette dar.
Es geht abwärts
Gut fliegende Hechtwobbler zu finden, ist schon nicht ganz einfach. Praktisch unmöglich wird's, wenn der Köder auch noch mindestens drei Meter Tiefe beim Werfen erreichen soll. Der Big-M 4.0 schafft das! Auch ein Grund, warum ich ihn mir zugelegt habe. An meinen Gewässern stehen die Hechte häufig etwas tiefer an den mit Kraut bewachsenen Kanten. Und da passt der Big-M 4.0 einfach perfekt! Aber auch, wenn die Räuber flacher unterwegs sind, serviere ich ihnen gerne einen Big-M, dann allerdings das Modell 2.0, das sich prima bei 1,5 bis 2 Metern führen lässt. Im Wasser überzeugen beide Versionen durch ihren aggressiven Lauf. Da muss man nicht viel mit der Rute arbeiten, um die Hechte zu verführen. Einfaches Einkurbeln mit Tempovariationen und kurzen Stopps genügt vollkommen. In den Pausen steigt der Big-M nur recht langsam auf, was mir gut gefällt. Denn so bleibt er länger im Sichtfeld seiner Jäger.
STÄRKEN
hervorragende Wurfeigenschaften sowohl mit Baitcaster als auch Stationärrolle
lebhaftes Spiel bereits beim monotonen Einholen
treibt in den Pausen nur langsam auf
geht zügig auf Tiefe
erreicht fast 4 Meter Tiefe beim Werfen (Modell 4.0)
hochwertig verarbeitet und ausgestattet
Schwächen
nicht ganz günstig
bestimmte Farben in Deutschland schwierig zu bekommen
FAZIT
Falls Du an dieser Stelle auch ein wenig Kritik erwartest, muss ich Dich enttäuschen. Ich habe an dem Big-M absolut nichts auszusetzen. Die Verarbeitung ist tadellos und die Qualität der Drillinge und Sprengringe über jeden Zweifel erhaben. Wenn Du bereit bist, rund 30 € für einen Kunstköder auszugeben, bekommst Du mit dem Megabass Big-M, den meiner Meinung nach besten Hechtwobbler zum Werfen, den es derzeit gibt. Das gilt insbesondere für das Modell 4.0, der mit seiner Lauftiefe praktisch konkurrenzlos dasteht.
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