Klein, frech, fängig
Januar 2021: Auf einer Fotoproduktion für unser Forellensee-Buch erlebe ich ROB Berbie das erste Mal in Aktion: Nachdem Angelkumpel Sebi und Forellensee-Profi Erwin Meiris bereits einige Forellen mit Spoons und Gummis zum Landgang überreden konnten, bitte ich die beiden, es doch auch mal mit UL-Wobbler zu probieren. Dafür fehlten mir nämlich noch ein paar Motive. Sebi fingert einen seiner zahlreichen UL-Wobbler aus der Box. Erwin klinkt einen bläulich schimmernden Gesellen mit Fleckenmuster in den Snap. Eine halbe Stunde später kann Erwin diverse Attacken vermelden und hat die ersten Forellen gelandet. Bei Sebi komplette Beißflaute. Auch Köderwechsel ändern nichts. "Probier mal den hier", meint Erwin und reicht Sebi einen seiner Berbie-Wobbler. Beim übernächsten Wurf ist Sebis Rute krumm – Fisch hängt! Und es folgen weitere. Sebi und ich blicken uns staunend an: Die Welt war um zwei neue Berbie-Fans reicher!
Rob LureS Berbie und Berbie mama
| Marke: | ROB Lures |
| Längen: | 3 cm, 3,6 cm |
| Gewichte: | 1,6 g, 2,8 g |
| Ausführungen: | SS (slow sinking), SSS (super slow sinking) |
| Lieblingsfarbe: | EM02 |
| Fischarten: | Forelle, Barsch |
| Preis: | ca. 17,- € |
| Info: | ROB Lure Berbie bei Fangenswert.de |
WARUM STAMMSPIELER?
Der Berbie aus der japanischen Kunstköderschmiede ROB Lures fällt sofort durch seine kompakte, rundliche Form auf. Mit gerade einmal 3 Zentimetern Länge und einem Gewicht von etwa 1,6 Gramm passt er perfekt ins UL-Schema. Der schicke Miniwobbler wird in verschiedenen, teils knalligen Dekoren geliefert, aber auch in natürlichen Farben, die ideal für klare Gewässer sind. Die Verarbeitung ist sauber: stabile Sprengringe, zwei nadelscharfe, widerhakenlose Einzelhaken und ein schönes, mattes oder glänzendes Finish je nach Variante. Manche Modelle (z.B. die Farbvariante FA02) weisen zudem UV- und Glow-Effekte auf.
MEHR WEITE DANK MUTTI
Falls etwas mehr Wurfweite gefragt ist, kommt Mutti ins Spiel: Der ROB Berbie Mama ist fast baugleich, aber gut an der etwas spitzeren Schnauze zu erkennen. Sein Laufverhalten ist dem kleineren Berbie sehr ähnlich, allerdings etwas weniger frequent. Mit einer Länge von 3,6 Zentimetern und einem Gewicht von 2,8 Gramm lässt sich die Reichweite mit Berbie Mama deutlich erhöhen. Sowohl ROB Berbie als auch die Mama-Version sind in einer langsam sinkenden Variante (SS) und einer sehr langsam sinkenden (SSS) erhältlich. In der Regel wird der Berbie in Tiefen bis maximal 1,50 Meter gefischt. Mit Berbie Mama geht's bis fast an die 2 Meter runter.
RUTE RUNTER
Aufgrund seines geringen Gewichts ist der Rob Berbie natürlich kein Weitwurfwunder. Mit meiner UL-Rute (Wurfgewicht 1-6 Gramm) und dünner Geflochtener (PE-Klasse 0,15) sind jedoch präzise Würfe bis zu 20 Metern möglich – völlig ausreichend an vielen Forellenseen. Ultradünne Schnur ist auch unverzichtbar, damit die Leichtgewichte vernünftig auf Tauchfahrt gehen. Zwar sinken die Modelle langsam, aber der Schnurwiderstand im Wasser verzögert die Absinkphase zusätzlich. Tipp: Um den Miniwobbler schneller auf Tiefe zu bringen und ihn möglichst lange dort zu halten, gehe einfach in die Knie und senke Deine Rute weit ins Wasser (siehe auch Bild im Slider unten). So holst Du den Mini-Wobbler nun auch ein. Das sieht zwar etwas ungewöhnlich aus, aber hilft enorm, Deinen kleinen Forellenfänger länger in der fängigen Zone zu halten.
FLATTERHAFT UND FÄNGIG
Im Wasser zeigt der ROB Berbie, was in ihm steckt: Schon bei langsamster Einholgeschwindigkeit flattert er lebendig, ohne dabei ins Trudeln zu geraten. Dieser Lauf macht ihn geradezu ideal für den Einsatz im Stillwasser – und damit zu einer echten Waffe am Forellensee. Zusätzlich zu den Schwingungen, die der Berbie durch seine Aktion unter Wasser auf Reisen schickt, verstärken 2 kleine Metallkugeln im Wobbler die Vibrationen. Twitcht man ihn mit kurzen Rutenschlägen, zeigt er einen aggressiven Zick-Zack-Kurs, wobei das nach meiner Erfahrung kaum nötig ist. Einfach auswerfen, auf die gewünschte Tiefe bringen und gleichmäßig einleiern – einfacher geht's nicht!
DEIN JOKER AM SEE
Für mich ist der ROB Berbie kein Allrounder für jeden Tag – aber ein echter Gamechanger, wenn die Forellen misstrauisch oder inaktiv sind. Wenn andere Köder versagen, bringt der Berbie schnell wieder Leben in die Bude. Selbst kleine Portionsforellen haben keine Scheu, den schicken Flitzer vehement zu attackieren. Zwar ist der Berbie preistechnisch nicht gerade ein Schnäppchen, aber da beide Modelle fast immer in den oberen Wasserschichten gefischt werden, treibt es einem keine Schweißperlen wegen Hängergefahr auf die Stirn. Die kommen erst, wenn die dicke Lachsforelle einsteigt.
STÄRKEN
extrem lebendiger Lauf
funktioniert auch bei ultralangsamer Führung
erstklassig verarbeitet
superscharfe Haken
zusätzliche Rasselkugeln für mehr Radau
Schwächen
eingeschränkte Wurfweite vor allem bei Wind
nicht gerade billig
FAZIT
Nein, der Berbie ist sicher kein Köder, mit dem Einsteiger auf Anhieb klarkommen. Aber für alle UL-Angler, die gerne experimentieren, ist dieser kleine Wobbler eine echte Bereicherung in der Köderbox. Und jedes Mal, wenn es mich mit UL-Rute an den Forellensee zieht, begleitet mich eine Handvoll Berbies – allzeit bereit, mir den Tag zu retten, wenn es die Situation erfordert und erlaubt!
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