Mein Bester für Barsch
Gefühlt befindet sich der Laydown Minnow Deep Just Wakasagi aus der japanischen Köderschmiede Nories schon ewig im Programm von CAMO-Tackle. Und genauso lange liegt er auch in diversen Farben in meiner Wobblerbox zum Barschangeln. Aus gutem Grund! Auf keinen anderen Twitchbait habe ich in meiner bisherigen Angelkarriere mehr große Barsche gefangen. Warum und in welchen Situationen der Laydown Minnow Deep JW bei mir erste Wahl ist, verrate ich im Folgenden.
nories laydown minnow deep just wakasagi
| Marke: | Nories |
| Länge: | 6,6 cm (mit Schaufel 9,1 cm) |
| Gewicht: | 6,1 g |
| Verhalten: | suspending (schwebend) |
| Lauftiefe: | ca. 1,5-2 Meter |
| Lieblingsfarben: | Mat Trad Black Gold, Muddy Sense II, Live Wakasagi |
| Fischarten: | Barsch, Hecht, Rapfen |
| Preis: | ca. 18 € |
| Info: | erhältlich im Fachhandel oder direkt im CAMO-Tackle-Shop |
WARUM STAMMSPIELER?
Twitchbaits zum Barschangeln gibt es wie Sand am Meer. Dass ausgerechnet der Laydown Minnow Deep Just Wakasagi bei mir einen Platz als Stammspieler ergattern konnte, hängt sicherlich auch damit zusammen, dass er einfach super zu den Gewässern passt, die ich hauptsächlich befische. Die Barsche rauben dort praktisch nie dicht unter der Wasseroberfläche und sind in der Regel auch nicht bereit, eine längere Strecke für einen Snack nach oben zu schwimmen. Man muss den gestreiften Räubern mit dem Köder schon ein gutes Stück entgegen kommen, damit sie sich zu einem Angriff entschließen. Und dafür ist der Laydown Minnow Deep Just Wakasagi einfach perfekt.
Zügig in die Tiefe
Mit seiner langen Schaufel bringt es der Laydown Minnow Deep auf eine Lauftiefe von bis zu zwei Metern. Das ist beachtlich für einen Twitchbait dieser Größenklasse und auch ein Grund, warum ich diesen Wobbler so schätze! Und vor allem: Er benötigt nicht die halbe Wurfbahn, um tiefere Regionen zu erreichen, sondern steuert zügig die Maximaltiefe an, sobald konstanter Druck auf die Schaufel kommt. Nach dem Auswerfen schicke ich ihn meistens mit vier, fünf schnellen Kurbelumdrehungen auf Tiefe, bevor ich mit der eigentlichen Köderführung beginne. Seine Position hält der Suspender auch in den Pausen sehr schön bei, wobei er abhängig vom Vorfachgewicht entweder perfekt schwebt oder ganz langsam absinkt.
Zuckt, wackelt und bricht aus
Ein knapp sieben Zentimeter langer Barschwobbler, der zwei Meter Lauftiefe erreicht, ist jetzt noch keine Sensation. Was den Laydown Minnow Deep Just Wakasagi aber von vielen anderen Hardbaits unterscheidet, ist seine Aktion. Eine große Schaufel sorgt zwar für Lauftiefe, bremst aber häufig auch das seitliche Ausbrechen des Köders. Nicht so bei meinem Liebling: Unter kurzen, harten Rucken in die lockere Schnur bricht der Laydown Minnow weit zu den Seiten aus. Gefühlvolle Zupfer lassen ihn zucken wie ein sterbendes Fischchen, wobei er sich kaum von der Stelle bewegt. In den Pausen kommt er nur langsam zur Ruhe und kippelt lange nach. Absolut tödlich – übrigens auch im kalten Wasser! Zwischendurch kann man den Köder einfach mal ein paar Meter stumpf einkurbeln. Auch dabei zeigt er eine ausgeprägte, verführerische Aktion und reizt immer wieder Barsche zum Angriff. Letztlich ist es die Mischung aus all diesen Führungsstilen, die zum Erfolg führt. Der Laydown Minnow Deep Just Wakasagi beherrscht sie alle – und das in einer verhältnismäßig großen Tiefe. Der Wobbler ist übrigens mit einer einzelnen Metallkugel im Inneren versehen, die für einen eher dezenten, dumpfen Sound sorgt. Den Barschen scheint's zu gefallen.
Köderkunst aus Japan
Nories ist bekannt für hochwertige, liebevoll gestaltete Kunstköder. Der Laydown Minnow Deep Just Wakasagi macht da keine Ausnahme. Natürlich gibt es im Bereich der Drillinge mit der Zeit etwas Abrieb am Lack und natürlich hinterlassen auch die Zähne von Hechten ihre Spuren, doch insgesamt kann ich den Ködern mit dem „bösen Blick” eine sehr schöne und haltbare Lackierung bescheinigen. Größere Lackabplatzungen sind selbst an den ältesten Laydown Minnows in meiner Box nicht zu finden. Ausgestattet sind die Köder mit stabilen, lange scharf bleibenden Drillingen und ordentlichen Sprengringen. Da brennt nix an, auch wenn mal ein fetter Hecht oder großer Rapfen zuschnappt.
STÄRKEN
schönes Spiel schon beim einfachen Einkurbeln
bricht beim Twitchen herrlich zu den Seiten aus
hält die Tiefe in den Pausen und kippelt schön nach
erreicht zügig seine maximale Lauftiefe
tolle Farbauswahl
hochwertige Verarbeitung und Ausstattung
Schwächen
nicht ganz günstig
kein Weitwurfwunder, vor allem bei Gegenwind
FAZIT
Also alles super? Ja, fast! Eine kleine Schwäche leistet sich der Japaner dann doch: Er ist kein Überflieger. Die lange Schaufel und das relativ geringe Gewicht sorgen dafür, dass er sich nicht übermäßig gut werfen lässt. Deutlich wird das vor allem bei Verwendung einer Baitcaster-Rolle und Gegenwind. Da der Laydown Minnow auch kein eingebautes Wurfsystem besitzt, bei dem das Gewicht in den hinteren Köderteil rutscht, lassen seine Flugeigenschaften gegen den Wind etwas zu wünschen übrig. Ich kann aber gut damit leben und fische den Laydown Minnow Deep Just Wakasagi zur Not mit der Stationärrolle, wenn weitere Würfe gefragt sind oder der Wind allzu heftig von vorne bläst. Die kleine Schwäche in der Luft macht er im Wasser wieder gut!
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