Ein fast perfekter Arbeitsplatz
Ein gut organisierter Arbeitsplatz ist mir wichtig. Zugegeben, das sieht man meinem Schreibtisch in der Regel nicht an. Doch am Wasser bin ich „Streber”. Beim Angeln muss alles in Reichweite liegen und seinen Platz haben. Vor allem beim Ansitz mit der Posen- oder Feederrute ist es mir wichtig, nicht ständig aufstehen oder irgendwas suchen zu müssen. Dabei hilft mir seit einiger Zeit der geniale Progress Ruckchair S23 Deluxe des englischen Herstellers Korum. Warum ich diesen Arbeitsplatz so liebe, erfährst Du im Folgenden.
Korum Progress Ruckchair s23 deluxe
| Marke: | Korum |
| Material: | Aluminium (Rahmen, Beine), Polyester, Kunststoff |
| Gewicht: | ca. 6,3 kg |
| Sitzfläche: | Maße ca. 50 x 45 cm |
| Lehne: | Höhe ca. 43 cm |
| Ausstattung: | verstellbare Beine mit breiten Füßen und Gewinden (oben), gepolstertes Tragesystem, beidseitig zu öffnende Tasche unter dem Sitz, rückwärtiges Fach, D-Ringe |
| Preis: | ca. 200 € |
| Info: | Im Fachhandel über Korum erhältlich |
Rucksackstuhl mit Extras
Alleine die Tatsache, dass der Ruckchair – wie der Name schon verrät – eine Kombination aus Sitzgelegenheit und Rucksack darstellt, macht ihn mega praktisch. So habe ich die Hände frei für mein Rutenfutteral und den Futtereimer. Meistens komme ich dadurch beim Feeder- oder Posenfischen mit einem Gang vom Auto ans Wasser. Das Tragesystem ist gepolstert, verstellbar und mit einem zusätzlichen Brustgurt gegen Verrutschen ausgestattet. Funktioniert wunderbar! Das Platzangebot ist ausreichend: Im Hauptfach lassen sich problemlos Zubehör, Kleinteilebox, Köder, Regenjacke und Nahrung für den Tag unterbringen. Da es keine weitere Unterteilung aufweist, macht es Sinn, kleinere Zubehörteile in extra Taschen oder Boxen zu verstauen. Der Ruckchair besitzt rückwärtig noch ein großes, flaches Fach. Dort kann man zum Beispiel die Beine unterbringen – muss man aber nicht, denn der Ruckchair lässt sich auch mit montierten Beinen gut aufsetzen und bequem tragen. So bleibt das Fach frei für Rutanblagen, Ködertablett, Kescherkopf oder anderes Zubehör. Extra zur Befestigung einer Abhakmatte hat Korum seinem Ruckchair noch zwei D-Ringe spendiert.
Bedingt geländegängig
Die stabil ausgeführten Beine lassen sich einzeln stufenlos verstellen – und das gleich zweimal. Du kannst die Höhe anpassen, indem Du das ganze Stuhlbein in seiner Halterung am Rahmen verschiebst. Der maximale Spielraum liegt hier bei etwa 25 Zentimetern. Befestigst Du an dem Bein oberhalb der Sitzfläche Anbauteile oder nutzt es als Rutenablage, verringert sich dieser Spielraum natürlich. Ich nutze daher überwiegend die Höhenverstellung, die das Bein selbst mit seinem rund 20 Zentimeter langen Auszug bietet. Der Mechanismus arbeitet übrigens einwandfrei und fixiert das Bein absolut sicher. Breite, bewegliche Schlammfüße verhindern das Einsinken auf weichem Boden. Mit dieser Ausstattung steht der Ruckchair wirklich gut auf allen möglichen Untergründen. Nur zu abschüssig darf das Ufer nicht sein, denn viel Gefälle lässt sich mit den Beinen nicht ausgleichen. Suchst Du einen Feederstuhl für die steilen Steinpackungen großer Flüsse, ist der Korum-Arbeitsplatz also eher nix für Dich. Da gibt es bessere, wenn auch deutlich teurere Lösungen.
Ausbaufähig
Der Praxiswert des Ruckchairs ist zweifellos hoch – lässt sich aber noch steigern. Korum hat ne Menge Anbauteile im Programm, mit denen sich der Anglerthron nach Herzenslust aufrüsten lässt. Für mich ist zum Beispiel das Accessory Side Tray ein absolutes Muss. Dieses Ködertablett wird – wie fast alle Anbauteile – über eine robuste Klemme an einem der Beine gefestigt, lässt sich in der Höhe verstellen und schwenken. So habe ich Köder, Futter, Hakenlöser und anderen Kleinkram direkt in Reichweite. Auch verschiedene Ausleger zum Ablegen der Rute lassen sich am robusten Vierkantrohr der Beine befestigen. Beim Posenfischen hat sich bei mir der XS Support Arm bewährt. Zum Feedern habe ich noch den XS Feeder Arm ergänzt und nutze für die hintere Rutenblage das Stuhlbein. Apropos: Die oberen Enden der Beine sind alle mit Gewinden versehen, sodass dort alles mögliche eingeschraubt werden kann. Den Feeder Arm würde ich heute allerdings nicht mehr kaufen – und auch keinen anderen. Dadurch, dass die Rutenablage am Stuhl befestigt ist, schwingt und zittert die Rute bei jeder kleinen Bewegung mit. Je länger die Rute, desto schlimmer! Beim Posenfischen stört das nicht weiter, aber beim Feedern nervt's richtig! Deshalb mein Tipp: Spart Euch den Feeder Arm und nehmt lieber ein separates Dreibein oder ganz normale Erdspieße. Die genannten Anbauteile kosten im Handel übrigens zwischen rund 30 und 45 €, was ich durchaus fair finde.
STÄRKEN
stabile, dennoch leichte Konstruktion aus Vierkant-Aluminium-Profilen
einzeln stufenlos verstellbare Beine
sehr vielseitig dank großem Zubehörprogramm
großer, von beiden Seiten zugänglicher Stauraum unterm Sitz
Gewinde an allen oberen Beinenden
Beine können bei Nutzung als Rucksack montiert bleiben
vernünftiges Tragesystem mit Brustgurt
praktisches zusätzliches Fach auf der Rückseite
Schwächen
Sitzkomfort auf Dauer mäßig: dünne Polsterung, niedrige Rückenlehne
eher ungeeignet für stark abschüssige Ufer wie Steinpackungen
FAZIT
Beim Friedfischangeln mit der Posen-, Feeder- oder Schwingspitzenrute möchte ich meinen Korum Ruckchair nicht mehr missen. Dank Ködertablett und dem von zwei Seiten aus zugänglichen Hauptfach unter der Sitzfläche muss ich mich eigentlich nur noch erheben, wenn der Kaffee raus möchte. Gelegentlich mal aufzustehen, tut allerdings ganz gut, denn der Ruckchair ist auf Dauer nur mäßig bequem. Die Polsterung hätte etwas dicker ausfallen können und die kurze Lehne gibt dem oberen Rücken keinen Halt. Aber das ist okay für mich: Immerhin handelt es sich hier ja nicht um einen Liegesessel mit nur einer Funktion, sondern um einen kompakten Arbeitsplatz, der zusätzlich auch noch den Tackle-Transport vereinfacht.