Geschmeidig & stark
Mein Erstkontakt mit Flexonit dürfte an die 25 Jahre zurückliegen. Damals wurde das Stahlvorfachmaterial aus deutscher Fertigung noch als Geheimtipp in Hechtanglerkreisen gehandelt. Ein Bekannter eines Arbeitskollegen – wir nannten ihn nur „den Dealer” – besorgte das gute Zeug über dunkle Kanäle auf Großspulen zu sehr fairen Preisen. Auch wenn ich mein Flexonit heute ganz normal im Handel zu deutlich anderen Kursen erwerben muss, bin ich dem geschmeidigen Vorfach treu geblieben. Warum? Das erfährst Du im Folgenden!
Flexonit 7x7 stahlvorfach
| Marke: | Flexonit |
| Material: | Edelstahl 49-fädig (7x7) |
| Farbe: | matt Braun |
| Stärken: | 0,27 mm (6,8 kg), 0,36 mm (11,5 kg), 0,45 mm (20 kg), 0,54 mm (24 kg) |
| Preis: | ca. 10 € für 4 Meter, größere Lauflängen als Meterware günstiger |
| Info: | Flexonit bei Amazon* |
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Made in Germany
Produkte, die in Deutschland entwickelt und produziert werden, sind selten geworden auf dem Angelmarkt. Flexonit gehört dazu. Hergestellt wird es von der Carl Stahl Technocables GmbH in Süßen bei Stuttgart. Das Traditionsunternehmen wurde als Seilerei bereits 1880 gegründet und ist heute unter anderem spezialisiert auf hochwertige Feinseile für alle möglichen Anwendungen von der Industrie bis zur Medizin. Kurz: Mit dem Verseilen von Metall kennt man sich bestens aus bei Carl Stahl – und das betrifft natürlich auch mein geliebtes Flexonit 7x7 Stahlvorfach.
Weich und widerstandsfähig!
Flexonit 7x7 besteht – wie die Bezeichnung bereits verrät – aus insgesamt 49 feinen Drähten. Es werden sieben Stränge aus jeweils sieben feinen Fäden hergestellt, die dann wiederum verseilt werden. Dieses recht aufwendige Verfahren ermöglicht die Fertigung besonders geschmeidiger Stahlseile. Hier liegt dann auch eine große Stärke von Flexonit 7x7 Stahlvorfach. Es ist herrlich weich. Dadurch behindert es beim Spinnfischen nicht den Lauf empfindlicher Wobbler, wird von Hechten, Zandern oder Aalen bei der Aufnahme von Köderfischen kaum bemerkt und schmiegt sich unauffällig an den Gummifisch, wenn es für Stinger (Zusatzdrillinge) zum Einsatz kommt. Die Geschmeidigkeit bietet auch Vorteile in Sachen Haltbarkeit: Flexonit 7x7 verknickt einfach nicht so schnell wie steifere Varianten. Es bekommt zwar im Laufe eines Angeltages durchaus ein paar Bögen und Kringel, aber eben kaum scharfe Knicke, die wirklich die Tragkraft beeinträchtigen würden. Und vor allem halten die 49 Fäden zusammen, auch wenn das Vorfach etwas verkringelt ist. Flexonit 7x7 fasert kaum auf, was für eine sehr sorgfältige Verarbeitung spricht.
Knoten oder quetschen
Flexonit 7x7 ist so weich, dass es sich sogar recht sauber knoten lässt – vor allem in den dünneren Varianten. Ich nutze dafür einen einfachen Clinch-Knoten mit nur drei Windungen oder für Schlaufen den Achterknoten. Deutlich häufiger verarbeite ich Flexonit 7x7 allerdings mit Hilfe von Quetschhülsen – insbesondere die stärkeren Durchmesser. Dabei gibt es kaum Verschnitt, die Tragkraft bleibt bei sorgfältiger Verarbeitung zu 100 Prozent erhalten und ich kann die Längen sehr exakt bestimmen. Auch muss ich mich nicht über Kringel ärgern, die beim Zusammenziehen der Knoten schnell mal entstehen können. Eine Anleitung zum Stahlvorfachbau mittels Quetschhülsen findest Du übrigens hier. Für alle, die keine Lust auf Basteln haben, bietet Flexonit auch fertige, einwandfrei verarbeitete Vorfächer für verschiedene Zwecke an. Deutlich günstiger wird's allerdings, wenn Du selber zu Schere und Zange greifst.
Von Aal bis Zander
Ich nutze alle Stärken von Flexonit 7x7 in meiner Angelei: Die mit 0,27 Millimeter dünnste Variante kommt überwiegend beim Barsch- und Zanderangeln zum Einsatz, wenn ich mit Hechtbeifängen rechnen muss, ebenso beim Angeln auf Aal mit Köderfisch. Das 0,36er ist bei mir Standard für alle möglichen Hakensysteme und Köderfischtechniken: stark genug für jeden Meterhecht, dabei aber noch recht dünn, unauffällig und vor allem weich. Aus Flexonit 7x7 mit 0,45 Millimeter Durchmesser baue ich meine Vorfächer zum schweren Spinnfischen auf Hecht. Mit 20 Kilo Tragkraft hat es genügend Reserven, um auch einen harten Anhieb mit kräftigem Gerät und zugedrehter Rollenbremse wegzustecken. Die mit 0,54 Millimeter stärkste Variante verwende ich nur für die Anfertigung von Gummifisch-Hakensystemen. Diese sind teilweise recht aufwendig in der Herstellung und ich möchte einfach, dass diese möglichst lange halten. Und das dicke Material stört in diesem Fall nicht.
STÄRKEN
weich und geschmeidig
unauffällig dank matter Oberfläche
hergestellt aus rostfreiem, salzwassertauglichem Edelstahl
mit 0,27 und 0,36 mm Durchmesser gut knotbar
relativ langlebig für ein Stahlvorfach
Schwächen
vergleichsweise hoher Preis
FAZIT
Flexonit 7x7 hat mich noch nie im Stich gelassen. Obwohl ich eher faul bin, was den Wechsel meiner Stahlvorfächer angeht, ist mir in all den Jahren noch keines gerissen. Flexonit lässt sich einfach verarbeiten, ist herrlich weich und dank mattbrauner Farbe schön unauffällig. Für alle Techniken mit totem Köderfisch ist es meine erste Wahl und auch beim Spinnfischen setze ich es gerne ein, wenn ein geschmeidiges Vorfach gefragt ist. Qualität „Made in Germany” hat allerdings auch seinen Preis. Tipp dazu: Einige Händler bieten Flexonit auch als Meterware von der Großspule an. Teilst Du Dir mit ein paar Freunden zum Beispiel 100 Meter, wird's deutlich günstiger!
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