pellet waggler fischen

Schießen, werfen, fangen

Karpfen angeln mit dem Pellet Waggler

Die Ausgangslage: Du siehst Karpfen im Mittelwasser ziehen oder stehen, beobachtest immer wieder Aktivität an der Oberfläche. Offensichtlich halten sich die Fische gerade nicht in Grundnähe auf. Du kannst nun versuchen, die Karpfen zum Beispiel mit Schwimmbrot direkt an der Oberfläche zu verführen. Oder Du setzt auf den Pellet Waggler und bietest Deinen Köder auf Augenhöhe der Fische an.

Das richtige Anfüttern ist der Schlüssel zum Erfolg. Wir schießen in kurzen Abständen Pellets an den Platz – und zwar möglichst genau immer wieder auf die gleiche kleine Fläche! Die Taktung hängt ein bisschen davon ab, wie viele Fische vor Ort sind und ob sie ordentlich fressen. In der Regel passt ein Futterintervall zwischen etwa 20 und 60 Sekunden.

Zwei, drei Pellets pro Schuss genügen. Viel wichtiger als die Menge ist es, den Strom an absinkenden Leckerbissen nicht versiegen zu lassen. Denn dieser ist es, der die Karpfen im Mittelwasser an den Platz lockt und sie gierig nach Futter suchen lässt.

Neben dem visuellen Reiz der absinkenden Pellets spielt auch die Akustik eine Rolle. Karpfen aus der Zucht kennen das Geräusch einschlagender Pellets auf der Wasseroberfläche nur zu gut – und bringen es sofort mit Futter in Verbindung.

Pellets als Nahrung kennen die Satzkarpfen aus der Zucht – ob im kommerziellen Angelsee oder Vereinsteich. Die kleinen Bröckchen sind zudem einfach in der Handhabung, lassen sich prima mit der Schleuder schießen, überstehen richtig angeködert viele, viele Würfe und werden nicht von kleinen Weißfischen abgeknabbert. Zum Füttern sowie als Hakenköder empfehlen wir Pellets in 6 bis 8 Millimetern Größe.

Die Taktik des Pellet-Waggler-Fischens kannst Du auch mit anderen Ködern umsetzen. Dosenmais, Mini-Boilies, Maden, Caster, eingeweichtes Brot: Alles, was im Wasser absinkt und sich vernünftig anfüttern lässt, kommt grundsätzlich in Betracht. Auf kleinere, weichere Köder wirst Du dann auch eher mal andere Fischarten fangen, die sich im Mittelwasser aufhalten – zum Beispiel Rotaugen.

Ein strukturierter Angelplatz ist immer hilfreich, aber besonders wichtig beim Angeln mit Pellet Waggler. Wer alle 20 bis 60 Sekunden nachfüttert, möchte sich nicht jedes Mal nach der Pellet-Dose bücken und vorher noch die Schleuder im Rucksack suchen. Und dann wird ja auch noch ständig neu Ausgeworfen. Aber dazu später mehr...

Die Pose stellen wir so ein, dass der Köder im Mittelwasser baumelt. Das kann nur 30 Zentimeter unterhalb der Wasseroberfläche sein oder auch in zwei Metern Tiefe – abhängig von der Zugtiefe der Fische. Hier ist jeden Tag aufs Neue ausprobieren angesagt.

Bisse wirst Du bei dieser Angelei auch auf das ruhig unter der Pose hängende Pellet bekommen. Sehr häufig greifen sich die Karpfen den Köder aber in der Absinkphase. Logisch: In dieser Phase imitiert er perfekt die Futterpellets, die ja ebenfalls sinken und nicht einfach bewegungslos im Wasser baumeln.

Wir wollen beim Fischen mit dem Pellet Waggler daher möglichst oft diese heiße Absinkphase des Köders kreieren. Das bedeutet: immer wieder auswerfen. Länger als zwei, drei Minuten lassen wir die Pose kaum am Platz stehen, bevor wir sie einkurbeln und erneut auf die Reise schicken.

pellet waggler montage
Die genannten Schnurstärken sind als Richtwerte zu verstehen und sollten der Gewässersituation und Fischgröße angepasst werden.

Die Pellet-Waggler-Montage

Alles andere als kompliziert, aber durchdacht: Der Pellet Waggler ist ab Werk bereits austariert, sodass wir uns zusätzliches Blei auf der Schnur sparen können – und sollten! Schließlich möchten wir eine natürliche, lange Absinkphase des Köders erreichen. Aus diesem Grund wird auch kein Wirbel verwendet, sondern das Vorfach eingeschlauft. Den Pellet Waggler fixieren wir im gewünschten Abstand zum Haken zwischen Posenstoppern. Das ist wichtig, damit sofort nach dem Auswerfen eine vernünftige Bissanzeige gewährleistet ist. Ein Haken mit Bait Band oder Haar zur Anköderung des Pellets machen die Montage komplett.

Möchtest Du – zum Beispiel bei aufkommendem Wind – die Pose schnell wechseln können, montiere den Waggler über einen Karabiner. Gibt's auch fix und fertig als Set mit Stoppern im Handel.

Kurz und dick: Pellet Waggler tauchen dank ihrer Form nicht so tief ins Wasser ein, wenn sie landen. Dadurch stehen sie schnell an der Oberfläche bereit, um Bisse anzuzeigen, die bei dieser Angelei nun mal häufig direkt nach dem Auswerfen erfolgen.

Dieses Modell hat sogar noch zusätzliche „Bremsscheiben” mit an Bord, die für mehr Widerstand im Wasser und eine noch geringere Eintauchtiefe sorgen.

Als Hakenköder kommen meistens die Pellets zum Einsatz, mit denen wir auch füttern. Denn auf genau diese Bröckchen schießen sich die Karpfen mit der Zeit ein.

Sind die Fische besonders zickig oder bleiben die Bisse irgendwann aus, kann ein Köderwechsel allerdings sinnvoll sein. Probiere dann vor allem visuell auffällige Pellets, Boilies oder Dumbels – zum Beispiel in Weiß, Gelb oder Pink.

Joker in der Köderbox können leicht auftreibende Köder (Wafters) sein. Beschwert durch das Gewicht des Hakens sinken sie ultra langsam ab und bleiben so extrem lange im Sichtfeld der Karpfen.

Die Bisse im Mittelwasser sind in der Regel nicht zu übersehen. Die Karpfen müssen entschlossen zupacken, bevor der absinkende Leckerbissen aus ihrem Sichtfeld verschwindet oder ein Schwarmkollege schneller ist. Dabei haken sie sich häufig gegen den Widerstand der Pose selbst und reagieren mit Flucht. Richte Dich darauf ein: Lege die Rute sicher ab und achte auf eine nicht zu fest eingestellte Rollenbremse.

Füttern, werfen, füttern, werfen... Langweilig wird’s beim Angeln mit dem Pellet Waggler ganz sicher nicht. Und wenn dann nach einem rabiaten Biss so ein Karpfen die leichte Posenrute in die Vollkrümmung zieht, wird’s richtig spannend am Teich!


Fotos: Holger Bente (15), Tobias Norff (3), Ares Prien (2) / Illustration: Bastian Gierth

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